KUNSTHAUS  ZECH

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Bericht aus: "Der Kunsthandel" 1-2000

Es braucht nicht viel Fantasie, um sich auszudenken, mit welch unterschiedlichen Fällen Hans Zech beauftragt wird. Im Streitfall ein Gutachten über sachgemäße oder überteuerte Einrahmung, Schadensfeststellung bei Grafik oder Gemälden, Wertgutachten bei An- und Verkauf - das sind nur einige Beispiele. Sein geprüftes Fachwissen ist genau auf die Branche zugeschnitten, ein Novum nicht nur in Süddeutschland.

Hans Zech - ein Sachverständiger für nichtmuseale Kunst und Einrahmung

Gutachter für die Branche

In seinem Ladengeschäft in Ingolstadt berichtet Hans Zech von seinem Hintergrund, der ihn zu der ungewöhnlichen Qualifikation führte. Vor rund 50 Jahren eröffnete sein Vater ein Glasergeschäft mit Kunsthandlung und Bildereinrahmung, das Zech später übernahm und heute selbst in den Bereichen Kunst und Einrahmung als Glasermeister fortführt. Außerdem absolvierte er eine Banklehre, erfuhr bei einem Münchner Kunsthändler sehr viel über die Werke des 19. Jahrhunderts und eröffnete in der bayerischen Hauptstadt eine Galerie, bevor er in seine Heimatstadt zurückkehrte.
Aus vielen Gesprächen kennt er die Probleme rund um die Bewertung nichtmusealer Bilder und besonders der Einrahmung. Wer hier bei einem Schaden, Streit oder Erwerb einen Gutachter benötigte, suchte lange Zeit vergeblich. Hans Zech selbst musste bei der Industrie- und Handelskammer sowie bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern für diese neue Expertensparte werben und mit seinen Prüfungen ein Exempel statuieren. Inzwischen darf er seine Gutachten mit den beiden Rundstempeln zieren, die ihn als vereidigten Sachverständigen für nichtmuseale Malerei und Grafik des späten 19. und 20. Jahrhunderts (IHK) sowie für Bildereinrahmung und Glasbearbeitung (HWK) ausweisen.
"Sachverständiger kann sich jeder nennen", erläutert Hans Zech die Berufsbezeichnung. Wer von der Bezirksregierung bestellt ist, der muss sich auf Echtheitsgutachten beschränken. Hans Zech hingegen ist auch bestellt, um Wert- und Schadensgutachten abzugeben. Für ihn ergeben sich damit ganz verschiedene Gründe für ein Gutachten, darunter:
* Beratung von Kommunen und Firmen beim Kauf;
* Bewertung von Geschäftsinventar bei Verkauf;
* Gutachten gegenüber Versicherungen, einerseits zur Festlegung einer Prämie, andererseits im           Schadensfall;
* Wertgutachten in Scheidungs- und Erbfällen;
* Gutachten in Streitfällen zwischen Einrahmer und Auftraggeber bzw. Verkäufer und Käufer
Grundsätzlich ist Hans Zech aufgrund seiner Bestellung durch die IHK und HWK verpflichtet, jeden Auftrag in seinem Sachgebiet anzunehmen. Darunter fallen sowohl Privat- als auch gerichtliche Gutachten. Tätig werden kann er zudem nicht nur in München und Oberbayern, sondern im gesamten Bundesgebiet sowie in der Schweiz und Österreich. Bei seiner Arbeit legt er dennoch absoluten Wert darauf, die zu beurteilenden Werke und Leistungen unmittelbar anzuschauen. "Ferndiagnosen gibt es nicht", grenzt sich Zech von so manchen nichtvereidigten Sachverständigen ab, die gerade in bezug auf Echtheitszertifikate einen dubiosen Ruf durch "Auftragsarbeiten" erworben haben.
Vor einem Gutachten erhält der Auftraggeber einen Kostenvoranschlag. Abgerechnet wird nach einem Stundensatz, der für gerichtlich angeforderte Gutachten auf 90 bis 150 DM begrenzt ist, bei Privataufträgen üblicherweise darüber liegt.
Fachhandelskollegen, denen die Arbeit von Hans Zech bekannt ist, vermitteln auch Anfragen ihrer Kunden an den Sachverständigen, etwa wenn sie einen Schadensfall mit einer Versicherung austragen müssen. Manchmal führt der Weg eines Bildes auch über Umwege nach Ingolstadt. So wollte eine Kunstbesitzerin nach der Sendung "Kunst & Krempel" wissen, ob ihr mit Oskar Mulley bezeichnetes Gemälde echt ist und was es bei einem Verkauf erzielen könnte. Die TV-Redaktion verwies die Zuschauerin an die IHK, wo sie Hans Zechs Adresse erhielt. Schließlich schickte sie ihm das Bild zur Beurteilung. Für den Kunsthändler und Sachverständigen war es nicht der erste Mulley, den er in Händen hielt. Eine gute Hilfe bei der Beurteilung. Mit einigen technischen Hilfsmitteln wie einer UV-Lampe zum Prüfen auf Restaurierung, spätere Übermalung und der Signatur nutzte er vor allem die im Laufe der Jahre gesammelte Literatur zu Künstlern und Auktionen, um die Arbeit in das Werk Mulleys und eine Entstehungszeit zwischen 1918 und 1934 einzuordnen. Verbunden mit einer Zustandsbeschreibung kann er sich nach dieser Arbeit auch auf eine Wertschätzung "von ... bis ..." einlassen, wobei die Spanne im allgemeinen bei 20 bis 30 % liegt. Geringe Farbabsplitterungen und eine altersbedingte Verschmutzung werden vermerkt, beeinträchtigen den tadellosen Zustand "aber nur minimal. "
Das Bild geht mit Gutachten zurück an die Eigentümerin, die überlegen kann, ob sie einen Verkauf anstrebt oder sich an ihrem sehr wahrscheinlich echten Mulley selbst erfreut.

Astrid Kehsler